Reservistenspielmannszug Berlin - Geschichte


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Wie leider fast immer in der Geschichte ist das männliche "Kriegsgen" maßgeblich für die Entwicklung der Spielmannszüge verantwortlich.
Als ein "Spil" bezeichnete man früher je einen Trommler und einen Pfeifer. Zwei "Spil" mussten im 16. Jh. zu jedem bis zu 400 Mann starkem Landsknechtsfähnlein dazugehören. Rückte nun ein ganzes Regiment - 7 bis 12 Fähnlein - geschlossen aus, so wurden die Spil zusammengefasst: Der Vorläufer der heutigen Spielmannszüge.
Nach vielen Kriegen und dunklen Jahren entstanden 1956 mit der NVA auch Musikkorps.

Der erste Wachaufzug Unter den Linden in Berlin fand am 1. Mai 1962 unter der Stabführung von Gerhard Kinow statt. Dieser war 1958 reaktiviert worden und maßgeblich an der Ablaufgestaltung des Zeremoniells beteiligt. Der spätere Tambourmajor Günter Bodenstein war damals schon dabei.

Nach 4 Jahren DTSB (????-????) wurde Günter Bodenstein wegen längerer Erkrankung von Gerhard Kinow wieder reaktiviert und führte den Spielmannszug bis zum Januar 1988. Wegen einer Sportverletzung (Urlaub machen ist immer gefährlich) fand auch diese erfolgreiche Ära ein jähes Ende und Jens-Uwe Schmidt übernahm das Ruder (in der Freizeit) bzw. den Tambourstab bis zum 31.12.1990.

Unter seiner Leitung waren wir mit dem Zentralen Orchester der NVA im Jahre 1988 erstmals im westlichen Ausland: Militärmusikfestival in Schweden. 1990 ging es dann noch nach Belgien und Finnland, und im September 1990 letzmalig ins westliche Ausland: zum Oktoberfest nach München!

Vorher wurde aber Ende Juli 1990 durch einen ministeriellen Pfarrer zunächst der Exerzierschritt, und im September 1990 der Wachaufzug (wegen Bauarbeiten (;-)) abgeschafft.

Im Jahre 1991 traten die Reste des Spielmannszuges nur noch zu einem Zeremoniell auf. Der dabei stabführende Feldwebel der Bundeswehr (vorher Oberfeldwebel der NVA) löste den Spielmannszug dann zum 30.06.1991 auf. Das war's. Zumindest der offizielle Teil.



Bereits seit 1990 finden jährlich Reservistentreffen statt. Dabei gibt es einen "alten" Reservistenzug (Spielleute, die ihren Dienst im Spielmannszug bis zum Frühjahr 1983 begannen) und einen "jüngeren" Reservistenspielmannszug mit Reservisten, die von Herbst 1983 bis zum September 1990 eingezogen wurden. Überschneidungen sind hier immer möglich und auch gern gesehen!

Wegen großer Verdienste für die Spielleutebewegung kommt es "vereinzelt" vor, dass "Ungediente" in unseren Reihen stehen und den Melodiebereich wirksam verstärken.

letzte Änderung: 06.2009